Klage an den Verfassungsgerichtshof

Blog der "Schule im Dialog"

Wie alles Begann. Tagebuch einer Schulgründung.
Zum Jubiläum: 10 Jahre Infinum

PowerPoint Präsentation:

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Der Förderverband Freier Schulen war erfolgreich Gastgeber des diesjährigen ECNAIS Seminars in Wien.
Wir luden zwei interessante Redner ein:
Matthias Strolz von den NEOS war Hauptredner zum Thema "Cooperation and Competition Parenting Social Innovation". (Dauer inkl. Diskussion mit dem Publikum: 1h 08min) Christoph Chorherr von den Grünen sprach zum Thema "The Vision of an ideal School" (Dauer inkl. Diskussion mit dem Publikum: 31 min)

Beide Politiker gewannen das Publikum - auf ganz verschiedene Weise - für sich, und hinterließen einen sehr positiven Eindruck zukunftsweisender österreichischer Politik.

In Kürze folgen weitere Videos!

Brussles / Free School Choice - Round Table



Gruppenbild ECNAIS Konferenz, April 2014

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Wozu Freie Schulen?

Die Freien Schulen haben beim Verfassungsgerichtshof Klage um finanzielle Gleichbehandlung mit konfessionellen Privatschulen eingereicht. Die gerechtfertigte Finanzierung aller Schulen ist in den meisten europäischen Staaten nämlich bereits umgesetzt.

In Österreich hingegen beobachten wir eine beunruhigende Schieflage: Freie Schulen erhalten nur ein Zehntel jener Gelder, die vom Staat für öffentliche und konfessionelle Schulen aufgebracht werden, der Rest muss von Eltern getragen werden.
Warum?

"Freiheit kostet eben."
- Wirklich?

Meist sind es die gleichen alten Argumente: -„Freiheit kostet eben!“ „Der Staat soll zuerst das öffentliche System verbessern.“ „Wozu soll der Staat Schulen für Reiche finanzieren?“ Der Denkfehler dabei ist aber, dass es gerade die fehlende staatliche Finanzierung ist, die uns dazu zwingt Schulgeld zu verlangen, sodass wir notgedrungen und gegen unseren Willen Beiträge verlangen müssen, die nicht für jeden leistbar sind!

Aber wozu dann überhaupt freie Schulen?

Den Umgang mit Freiheit lernen

Die Freien Schulen entstanden aus der Vision dass jedes Kind und jeder Lehrer optimale Bedingungen vorfinden soll, sich bestmöglich zu entwickeln.

Unrealistisch? Nein, es ist Programm: Die freien Schulen haben die entsprechenden Methoden über Jahrzehnte hinweg entwickelt und optimiert. Das gehört anerkannt.

Heute blicken uns die öffentlichen Schulen ins Heft, schauen sich unsere Methoden ab und profitieren davon - und das ist gut so!
Wir sind gerne Vorbild. Die heutige Zeit verlangt mehr und mehr ein Zurück zur Begeisterung am Lernen, zu Eigenverantwortung, zu einem gesunden Umgang mit Individualität und Gruppe.

Freie Schulen nennen sich „frei“, weil sie bestrebt sind, den Kindern den Umgang mit Freiheit zu lehren. Alles was in der Schule gelernt wird soll unseren Kindern dazu dienen, das eigene Leben selbst gestalten und sich selbst erhalten zu können.

Wettbewerb bei
gegenseitigem Respekt

Neben Wissen und Fertigkeiten gehören dazu auch der Umgang mit andern, mit natürlicher Autorität und Hierarchie, geprägt von Achtsamkeit und Selbstverantwortung und mit gemäßigtem, respektvollem Wettbewerb. Nur wer das gelernt hat, ist reif genug, verantwortlich mit Freiräumen umzugehen.

All dies kann aber nur von Lehrern und Schulleitern umgesetzt werden, die selbst erfahren im Umgang mit Freiheit sind: „Autonomie“ heißt unser Zauberwort, durch das sich die nötige Qualität in allen Schulen entwickeln soll: Autonomie in pädagogischer, in personeller und in finanzieller Hinsicht. Die Freien Schulen haben diese Grundlagen entwickelt.

"Schul-Autonomie"
heißt das Zauberwort

Das aktuelle Autonomiepaket der Regierung, welches den Umgang mit Freiheit – die Schulautonomie – schrittweise einführen will, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber wir sind noch lange nicht am Ziel: Wir müssen nur in den Norden Europas schauen:

Estland zum Beispiel hat diese finanzielle Gleichstellung von privat und öffentlich unter staatlicher Kontrolle schon lange umgesetzt und nutzt so das Entstehen von Vielfalt für die Hebung des Bildungsniveaus. Oder nehmen wir Finnland, das Land mit der weltweit niedrigsten Analphabeten Rate: Dort werden private wie öffentliche Schulen zu 100% vom Staat finanziert, Einhebung von Schulgeld ist verboten. Es zählt das Erreichen des Bildungszieles, nicht die Art des Weges dorthin – dieser ist allen freigestellt! Zentrales Ziel ist „Bildung für Alle“, unabhängig von öffentlich oder privat, von Alter, sozioökonomischem Hintergrund, Geschlecht oder Muttersprache. Die Lehrer sind hervorragend ausgebildet und genießen in Finnland höchstes Ansehen. Sie haben vollkommene Methoden- und Lernmittelfreiheit.

Wo man auch hinsieht: Der Trend geht in Richtung Eigenverantwortung der Schulen.

Wenn wir wollen, dass Bildung nicht ausschließlich vererbt wird und dass jedes Kind gleichermaßen Zugang zu hochqualitativer Grundbildung hat, dann müssen wir einen gesunden (und fairen) Wettbewerb auch in Österreich zulassen, und dafür müssen auch alle Schulen gleich behandelt werden: Eine Grundsicherung für alle Schulen, ob öffentlich oder privat, ob konfessionell oder nicht-konfessionell, mit den gleichen staatlichen Kriterien. Nur so lässt sich die Vision einer neuen Bildungskultur mit gleichen Chancen für alle verwirklichen: In anderen Ländern bereits Realität.

Es wird Zeit, dass Österreich aufholt.

(B. Audétat)


Wir vertreten die Interessen nichtkonfessioneller Schulen in freier Trägerschaft mit reformpädagogischer Ausrichtung, kümmern uns um deren Subventionierung, betreiben nationale und internationale Öffentlichkeitsarbeit und führen Gespräche zur verbindlichen Finanzierung dieser Schulen.

im Rahmen der Verhandlungsgruppe FreieSchulwahl.at.

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Wir bieten in regelmäßigen Treffen eine Plattform für fachlichen Austausch zwischen Schulleitungen und bauen ein Netzwerk zu anderen Verbänden und Privatschulvertretungen in Österreich und Europa.

Wir fördern die Entwicklung der Schulautonomie für ein faires, gleichberechtigtes und ausgeglichen finanziertes Nebeneinander bzw. Miteinander von öffentlichen und privaten Schulen unterschiedlicher

Pädagogik und fördern die Ermöglichung und die Kultur frei zugänglicher, umfassender Bildung für alle.

















Die "Dreifache Schul-Autonomie"

Vor einiger Zeit saßen wir zusammen mit Per Kristensen aus Dänemark, einem Vertreter europäischer freier Schulen (ECNAIS) und Schulgründer, in einem langen Arbeitstreffen, um gemeinsam die grundlegenden Bedingungen zu definieren, damit "Freie Schulen" in Europa gedeihen könnten.
Welche rechtlichen Rahmenbedingungen müsste ein Staat sichern, damit diese ihre Werte entwickeln können?
Und welche Werte sind das?
Wir reduzierten schließlich die Notwendigkeiten auf drei Formen der Autonomie, und nannten sie daher die "dreifache":

1.) Die pädagogische,
2.) die personelle und
3.) die finanzielle Autonomie.
Mehr dazu im Artikel "Die Dreifache Schul-Autonomie".
Ein Jahr danach besuchten wir als parteiunabhängige Berater eine Taskforce der NEOS, um dort unsere Informationen zur Erstellung des neuen Bildungsprogrammes einzubringen, als unserseits der Begriff dieser "Dreifachen Schulautonomie" fiel. Es freute uns, später feststellen zu dürfen, dass sich dieser Begriff gehalten hat, und nun immer wieder in den Medien zu hören und zu lesen ist.

Eine Kultur der Achtsamkeit - auf sich selbst, auf den Nächsten - ist notwendig damit Schule gelingt.

"Achtsamkeit ist Voraussetzung für Respekt"

... sagte Rainer Wengraf, Gründer der Schule "ELUSCH Hollerbusch", als wir ihn und seine Frau Sabine in Spannberg, NÖ, besuchten.
Wir saßen im Schulgarten bei Kaffee und Kuchen, führten lange Gespräche über die heutige Situation von österreichischen Schulen in freier Trägerschaft, über ihre Philosophie und Praxis, und über die Lage ihrer Lehrer und erörterten grundlegende Fragen.
(Hier ein paar Fotos der stimmungsvollen Schulanlage der Elusch Hollerbusch Schule und vom großen Hollerbusch im Hof - siehe Bildergalerie).

Ende 2013 waren wir in der "Verhandlungsgruppe Freie Schulwahl" im BMUKK, der sich diesmal auch EFFE angeschlossen hatte, um mit leitenden Beamten zum Übergang in die neue Legislaturperiode eine neue Arbeitsgrundlage für die Weiterführung des Themas in einer möglichen kommenden Regierungskoalition zu schaffen. Die Schulen in freier Trägerschaft sollen auf ausgeglichene, faire Weise verbindlich finanziert werden.
Leider ist die Umsetzung bisher noch ausgeblieben.

Die neue positive Zusammenarbeit jedoch, und der laufende Kontakt zwischen ALLEN Vertretungsverbänden österreichischer freier Schulen bezüglich dieser Verhandlungen, ist für uns ein wichtiger Meilenstein. Wir wollen einander unterstützen und mit geeinter Stimme für die Sache unserer Schulen sprechen.

Das jeweils passende Maß von Freiheit einerseits - und Sicherheit anderseits - sollen das nötige Spannungsfeld schaffen, in dem Schule ideal gedeihen kann.
Wir benötigen ein Umfeld, in dem sich Systeme weitgehend selbst regulieren-, aus eigenen Fehlern sofort lernen und sich selbst weiter entwickeln können - in ständiger Rückkoppelung mit den gemachten Erfahrungen, - in einem Fluss, der sich stets den Notwendigkeiten anpasst.
Der Mensch lernt am besten, wenn seiner Individualität in einem solchen Raum ehrlich empfundener Respekt entgegengebracht wird. Alle Fähigkeiten die wir zum Erstellen eines solchen Umfeldes benötigen, sind Teil unserer künftigen Kultur.
Auf diese arbeiten wir hin.

Vieles ist ins Rollen gekommen in den letzten Jahren.
Und Wesentliches möchten wir beitragen, indem wir den Geist der Freien Schulen weiterhin stärken.

Wir freuen uns auf jede Zusammenarbeit und bedanken uns für die bisherige Unterstützung!

Beatrice Audétat
Alexandra Löffler

PS.:
Unsere Schulen möchten ihre Schulgelder so niedrig als möglich halten um es allen Familien zu ermöglichen, ihre Kinder in jene Schulen zu schicken, die für diese passend sind.
Aufgrund einer unverständlichen Schieflage erhalten die nichtkonfessionellen Schulen jedoch nur einen Bruchteil jener Gelder, die der Staat für konfessionelle Schulen und öffentliche Schulen aufwendet. Wir streben hier nach finanzieller Gleichstellung aller privaten Schulen, unter Beibehaltung der pädagogischen und personellen Autonomie.
Wir möchte nicht mehr gezwungen sein, Schulgelder in einer Höhe zu verlangen, die den Schulbesuch unserer Schulen für viele verunmöglicht. Wir wären gerne offen für Alle. So wie es in den Ländern im Norden Europas bereits der Fall ist.

Besuch in der "DaVinci Akademie"
Zum Jubiläum:
10 Jahre "NEUE SCHULE"


Gratulation!
10 Jahre Libo-Montessori-Schule!

Schulleiterin Petra Libowitzky mit Androulla Höller

Der Förderverband unterstützt:

Conclusion - Conference on Parental Rights